M I: Zum letzten Mal „Derbysieger“? Der TSV Lohr gewinnt das Regionalliga-Duell bei der DJK Waldbüttelbrunn

Bericht: Main-Post vom 17.03.2026 (Uli Sommerkorn) Foto: Julien Becker

 Regionalliga Bayern, Männer 
 DJK Waldbüttelbrunn – TSV Lohr 27:33 (10:15) 

Am frühen Sonntagabend, als sie ihr Regionalliga-Spiel bei der DJK Waldbüttelbrunn mit 33:27 gewonnen hatten, begaben sich die Handballer des TSV Lohr in der Ballsporthalle in ihren Fanblock und skandierten mit ihrem Anhang laustark: „Derbysieger, Derbysieger!“

Ein Bild, das es wohl so schnell nicht mehr geben wird: Denn mit der Niederlage sind die Gastgeber fast schon abgestiegen, während der TSV Lohr dem Klassenerhalt ein großes Stück nähergekommen ist.

Vom wirklich sicheren Abstieg wollten sie aber beim Gastgeber noch nicht reden; „Wir werden alles versuchen, solange rechnerisch noch etwas möglich ist“, machte DJK-Trainer Daniel Boldt klar, räumte aber gleichzeitig ein, dass die Situation für seine Mannschaft schwierig sei. Denn Waldbüttelbrunns Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt bei sieben noch ausstehenden Spielen sechs Punkte.

Von einer „Riesen-Erleichterung“ sprach indes Lohrs Trainer Peter David, dessen Team im Falle einer Niederlage auch wieder in größere Gefahr geraten wäre. Doch seine Mannschaft machte früh klar, dass sie ein solches Szenario vermeiden wollte. Denn der TSV warf bereits in der ersten Hälfte einen Fünf-Tore-Vorsprung heraus, von dem er bis zum Ende zehrte.

„Entscheidend war die Abwehrleistung in der ersten Hälfte, da haben wir nur zehn Tore gekriegt“, so David. Und zur Abwehr gehört eben auch der Torwart – und auf dieser Position hatte der Gast mit Tamas Szabo gegenüber den Waldbüttelbrunnern Markus Leikauf und Max Feuerbacher dieses Mal einen klaren Vorteil. Immer wieder parierte Szabo, der zu Beginn des Monats 44 Jahre alt geworden ist, freie Würfe der Gastgeber.

„Wir haben nicht schlechter Handball gespielt als der Gegner. Aber der Unterschied lag im Abschluss: Wenn du 19 Fehlwürfe hast, kannst du kein Spiel gewinnen“, erklärte Daniel Boldt den Ausgang der Partie mit einem Blick in die Statistik.

Dabei gaben die Lohrer nie die Kontrolle über die Begegnung aus der Hand, auch wenn es bei mancher der acht Zeitstrafen gegen sie und bei der Roten Karte gegen ihren Rückraumspieler Patrik Dobos auch einmal hektisch wurde. Im Angriff fanden sie immer wieder Lösungen – mal über den flinken Linksaußen Dario Sicheneder (9 Tore) und dann wieder über den 2,06-Meter-Hünen Gergö Zvolenszki (8 Tore), der mit seiner Wurfkraft aus dem Rückraum half, wenn sonst nichts ging.

Im Publikum in der Ballsporthalle weilte übrigens auch Bernd Becker, der noch bis zur Winterpause Lohrer Trainer gewesen war und dann von Peter David abgelöst wurde. Er beobachtete nicht nur seine ehemalige Mannschaft, sondern auch seine Söhne Lars und Fabian, die im Team der unterlegenen DJK Waldbüttelbrunn standen.

Waldbüttelbrunn: Leikauf (1. – 18., 50. – 60.), Feuerbacher (18. – 50.), Kestedi (n.e.) – Winheim 1, Genheimer (n.e.), Rauch 2, L. Becker 2/2, F. Becker (n.e.), Renz 7, Tobaben 1, Zimmer (n.e.), Dürr 6/2, Hohmann 1, Stumpf 4, Szatmari 3.

 

Die Fotos der folgenden Galerie wurden uns von Viktoria Weimer Fotografie zur Verfügung gestellt