M I: Dreimal Rot – So hitzig war das Duell zwischen Waldbüttelbrunn und Bad Neustadt in der Handball-Oberliga

Bericht: Main-Post vom 04.10.2026 (Jürgen Sterzbach) Foto: Julien Becker

Oberliga Nord, Männer
DJK Waldbüttelbrunn – HSC Bad Neustadt 31:29 (14:14)

In einem hitzigen Unterfrankenduell in der Handball-Oberliga der Männer setzte sich am Samstagabend die gastgebende DJK Waldbüttelbrunn mit 31:29 knapp gegen den HSC Bad Neustadt durch. Beide Teams sind die einzigen zwei Mannschaften der Liga, denen in dieser Saison zwei Punkte wegen Nichterfüllens des Schiedsrichtersolls abgezogen wurden.

Die Gastgeber behielten in der hektischen Atmosphäre in der heimischen Ballsporthalle den kühleren Kopf. In der Partie zog das Schiedsrichtergespann aus dem mittelfränkischen Cadolzburg gleich dreimal die Rote Karte. Auf beiden Seiten traf es in allen drei Fällen wichtige Rückraumspieler.

Stoßen abseits des Spielgeschehens

Der Bad Neustädter Dawid Walaszczyk (45.) und der Waldbüttelbrunner Oleh Soloviov (58.) mussten jeweils nach der dritten Zeitstrafe vorzeitig gehen, HSC-Regisseur Diogo Alves (49.), weil er seinen Gegenspieler Soloviov abseits des Spielgeschehens umgestoßen hatte.

Bester Werfer in der körperbetonten Partie war Waldbüttelbrunns Malte Tobaben mit neun Treffern, bei dessen Würfen von der Rechtsaußenposition die Bad Neustädter Torhüter mitunter einen unglücklichen Eindruck hinterließen. Tobabens Würfe fanden meist ihren Weg ins kurze Eck.

„Es war ein richtiger Kampf“, fand DJK-Trainer Csaba Szücs. Er sah eine „sehr ausgeglichene Partie mit dem glücklicheren Ende für uns“. Diesen Erfolg habe sich seine Mannschaft aber erarbeitet: „In der zweiten Halbzeit haben wir uns besser organisiert und viele Chancen erspielt. Wir haben einen kühlen Kopf bewahrt und unseren Vier-Tore-Vorsprung nach Hause gebracht.“

Dem HSC fehlt Disziplin

„Diese Niederlage tut uns weh“, sagte HSC-Co-Trainer Florian Hauck. „Wir waren gut vorbereitet und hatten gehofft, dass wir die zwei Punkte mitnehmen können. Allerdings haben uns Cleverness und Disziplin gefehlt“, führte er aus.

„Wegen der fehlenden Disziplin müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Die Schiedsrichter haben ihre Linie durchgezogen“, erklärte Hauck. Aus seiner Sicht hätte die Partie dennoch „in beide Richtungen kippen“ können. „Wir sind trotz des Rückstands mit einer stabilen Abwehr ins Spiel gestartet, haben uns aber zu viele leichte Fehler im Angriff geleistet.“

Nach drei Spieltagen steht Waldbüttelbrunn nach zwei Siegen und einer Niederlage in der Oberliga-Tabelle mit 2:2 Punkten auf Platz sechs. Bad Neustadt, als souveräner Meister der Handball-Bezirksoberliga aufgestiegen, hat bei zwei Niederlagen zwar auch schon eine Partie gewonnen, steht wegen des Punkteabzugs aber mit 0:4 Punkten auf dem vorletzten Platz.

Die DJK tritt am nächsten Samstag, 10. Oktober bei der HSG Weidhausen-Ebersdorf an (18 Uhr).

Waldbüttelbrunn: Ketesdi, Sommerkorn – Eichhorn, L. Becker 5/3, Tobaben 9, Schüle, Soloviov 7, Rieger, F. Becker 1, Hohmann 6, Kaupp, Schicks, Szatmári 3, Genheimer.